Mittwoch, 28. Februar 2007

Guesthouse

Häuser überleben bekanntlich ihre Bewohner. Wie das mit dem Guesthouse hier aussieht weiß ich nicht so recht. Habe eben erfahren, dass eigentlich seit diesem Jahr renoviert werden sollte, deshlab sind auch so wenige Mieter da, aber irgendwie passiert nichts. Lass ich mich einfach mal überraschen, wenn demnächst mein Zimmer weg ist, weil der Spontan-Renovierungs-Rausch ausgebrochen ist.

Der wohl letzte überlebende Mieter aus vergangenen Tagen ist heute aus seinem Urlaub zurück gekommen und konnte uns großartigerweise das Passwort zum WLAN -Login geben. Somit liege ich grade auf dem Bett und kann gemütlich schreiben, für die nötige Kühle sorgt der Ventilator über mir (wenn auch nur bescheiden wenig).

Nachts ist es an sich angenehm kühl, zumindest morgens. Tagsüber heitzt die Sonne alles gerne über 30° auf, ist ja schließlich Frühling.
Ich freue mich da ja schon auf den Sommer, in dem es, wenn man den Aussagen hiesiger Deutschen Glauben schenken darf, auch bis zu 40° im Schatten (gefühlt sinds dann 50, da geht keiner mehr nach draußen). Jetzt versteh ich auch warum ich im Bus scheinbar der Enizige bin, der den Sitz bewässert als wäre er eine Blumenvase.

Was solls, ich hab mal mit dem Handy 2-3 Bilder gemacht.

Dies wäre dann das Flugzeug mit dem wir hier hin gekommen sind.












Der Blick aus dem Bürofenster. Gibts nichts zu sehen. Dafür stehts auch hier. Die Landschaft um Bangalore ist beeindruckslos unspektakulär. Hier was Drack, da mal ein Gebüsch. Das ist alles was ich bisher gesehen habe. In der Stadt besteht der Urwald eh aus Beton. Das wäre den Aufwand des Photos noch nicht mal wert. Wer weiß, vielleicht ringe ich mich demnächst mal dazu durch.






Das ist mein Zimmer. Der Schrank ist zu groß und muffelt eh. Rechts gehts noch zum Badezimmer, das wen wunderts, aus Klo, Waschbecken und Dusche (zumindest versucht es eine zu sein) besteht.









Vor diesem Raum gibt es morgens auch kein Entrinnen. Pünktlich halb 7 bahne ich mir meinen Weg hier rein. Dort gibts dann Toast, Müsli, bißchen Obst und was zu trinken. So beginnt der Tag doch ganz ordentlich und unbeschwert. An die schmatzenden und mit offenem Munde essenden Inder geöhne ich mich auch noch (scheint hier so Sitte zu sein).






Das sollte fürs erste reichen. Schreib eh schon wieder zu viel. Arme Tastatur....

An der Arbeit lief es relativ unspektakulär, abgesehen davon, dass ich in 2 Tagen zum 2. mal die Abteilung gewechselt habe. Jetzt bin ich doch wieder bei der ersten und bleibe hoffentlich auch mal da. Im ersten Meeting habe ich mich erst mal erschrocken, da Inder um ihre Zustimmung zu signalisieren immer leicht mit dem Kopf schütteln. Ich habe es direkt als "Nein" interpretiert, was natürlich falsch war. Kann mir eh mal merken, dass es sowas wie "Nein" hier nicht gibt, es gibt ein "Vielleicht", "mal sehen", "werd's mal versuchen".

So gute Nacht.


Zusammenfassung der ersten 2 Tage

9 Uhr morgens. Wird Zeit für ne kleine Zusammenfassung, da ich eh noch 1 Stunde auf meinen CHef hier warten muss, wegen der Aufgabenbesprechung.

Bin gestern Abend noch ne Stunde durch die Stadt gelaufen und hab im 4. oder 5. Geschäft endlich ein passendes Ladegerät gefunden. Habe 350 Rupien (7€) bezahlt, recht günstig, wenn man bedenkt, dass die Dinger in Deutschland schon mal gerne 30-40€ kosten.

Flug und Ankunft
Wurden morgens um 9 bei SAP abgeholt und zum Frankfurter Flughafen gebracht. Da die Frau wie Sau gefahren ist, waren wir schon um kurz nach halb 10 da, viel zu früh also. Erst mal gefrühstückt und in aller Ruhe eingecheckt. Um 12 konnten wir dann ins Flugzeug, der Start hat sich aber noch bis 13 Uhr hingezogen (12:15 geplant), da jemand seinen Koffer abgegeben hatte, er selbst aber nicht das Flugzeug betreten hat. Aus Sicherheitsgründen musste sein Koffer dann wieder rausgekramt werden, deshalb die Verspätung.
Unser Ticket galt leider nur für die Economy, besser gesagt Chicken Class. Es hat nur noch gefehlt, dass man uns gestapelt hätte. Wenn man wie ich zwischen 2 Leuten saß, war es unmöglich sich mal zu strecken oder auch nur den Ellebogen richtig anzuheben, was beim Essen absolut toll war. Ansonsten verlief der Flug reibungslos, haben gute 8 Stunden gebraucht, was laut Pilot schnell war. Lustig zu verfolgen war die Anzeige mit ein paar Daten, durschn. Außentemperatur von -60°C und eine Geschwindigkeit von 950-1000 km/h.

In Bangalore angekommen mussten wir erst mal anstehen, um das Visum kontrollieren zu lassen udn anschließend am Kofferband aufs Gepäck warten. Das Ganze hat auch noch mal ungefähr ne Stunde gedauert. Um 2 Uhr nachts (Ortszeit) wars dann an der Zeit den Flughafen zu verlassen. Am Ausgang kam man sich vor wie wie am Eingang zu einem Filmfestival, links und rechts standen hinter Absperrungen ganz normale, vermutlich neugierige Leute gepaart mit Taxifahrern mit Schildern. Meinen Namen hatte ich relativ schnell auf einem der Schilder gefunden und bin dem Taxifahrer zum Auto gefolgt. Habs natürlich mal glatt geschafft mich auf den Fahrersitz zu setzen, da in Indien der Fahrer wie in England rechts sitzt. Der Taxifahrer hat nur gegrinst und mich dann zum Guesthouse gebracht, hat sich auch nur 3 mal verfahren ;) Im Guesthouse musste ich nur meine Unterschrift in ein Buch setzen und bekam mein Zimmer, mittlwerweile war es dann 3 Uhr nachts.

1. Tag
Habe mich am ersten Tag um 10 Uhr mal nach draußen gewagt und bin eine Stunde rumgelaufen. Allerdings bin ich an der Hauptstraße geblieben, um mich nicht zu verlaufen. Das stellte sich aber nachher als Fehler raus, denn bei den Abgasen und dem Gestank konnte man nach 20-30 Minuten nicht mehr richtig atmen. Bin dann ins Guesthouse zurück und hab den Rest des Tages dort gegammelt und meistens was gelesen, war eh noch total müde. In der Nacht dann dafür wachgelegen, aber so langsam gewöhnt man sich dran.
Nen Elefanten hab ich leider noch nicht gesehen, das scheitn hier im Süden wohl nicht so gängig zu sein, dafür stehen hier einfach mal Rinder in den Seitenstraßen rum, manche haben irgendwelche Schmucktücher um die Hörner gebunden, sind ja schließlich heilig. Davon werd ich irgendwann mal ein Bild machen.
Die Inder hier im Süden sind sehr dunkelhäutig, stärker als das was man so von den in Deutschland lebenden kennt, leigt wahrscheinlich auch an der Nähe des Äquators etc. Man selbst ist als Weißer eine absolute Rarität und wird auf der Straße ständig beobachtet, ob das nur reine Neugier ist mag ich zu bezweifeln. Aber auch da wird man sich vermutlich irgendwann mal dran gewöhnen.

Woran das Gewöhnen stärker fällt ist zur Zeit der Dreck und die Luftverschmutzung, da kann man über Feinstaub-Debatten in Deutschland nur grinsen. Diese verdammten gelben Dreirad-Rikschas stinken am meisten.

Verkehr
Hier herrscht das totale Verkehrschaos, es gibt zwar regeln, aber ich habe noch keinen gesehen der sich dran gehalten hat. Der mit dem stärkeren Motor und dem höheren Gewicht gewinnt einfach. Außerdem wird die Hupe exessivst genutzt, wann und genau wie ist mir immer noch ein Rätsel. Fußgänger haben die größte Arschkarte, Ampeln gibt es nicht und Zebrastreifen sind auch selten und wenn scheinbar nur zur Straßendekoration da. Man muss halt versuchen iwie über die Straße zu rennen, wenn sich die Autos grad irgendwo stauen.
Zur Arbeit fährt zum Glück ein Bus von SAP, da die öffentlichen Verkehrsmittel ziemlich schäbig und überlastet sind. Morgens gehts, da man schon um kurz nach 7 losfährt umgeht man die Rush-Hour und braucht 30-40 Minuten. Abends ist es allerdings absolut besch..., da braucht man für die gleiche Strecke zurück 1h 20min., zumindest gestern; also abends 3-4 mal so lange. Außerdem ist die Luft dann auch im Bus ziemlich eklig, schließlich sind alle Türen und Fenster offen.

SO hab jetzt erst mal das Treffen, werde den Rest später schreiben....

Dienstag, 27. Februar 2007

Erstes Lebenszeichen

sooo hier ist es jetzt viertel vor 11 morgens. Eure zeit + 4,5std.

Habe jetzt meinen arbeitzsplatz bekommen. Musste erst mal die Abteilung wechseln und bin jetzt in nem anderen themengebiet, hab aber meine aufgabe noch nicht, da die dachten ich wäre ganze 6 monate hier. jetzt wird was gesucht, das für 2 monate passt.

An sich hätte ich schon viel zu schreiben, aber dazu ein andern mal mehr. Ist schon ein ziemlich krasser gegensatz hier. EInerseits im vergleich zu europa, aber auch untereinander sind die gegensätze enorm. Da werden von firmen riesige glas-komplexe gebaut und davor stehen noch die wellblech-slums in denen es weder strom noch fließend wasser gibt.
Aber wie gesagt, wenn ich die Zeit finde schreibe ich das nochmal ausführlich. Dann kann ich auch mal n paar bilder machen, aber zu erst muss ich das handy irgendwo aufladen, hab mein ladegerät schlauerweise vergessen.
Wann ich das alles schreiben kann, weiß ich noch nicht. In dem Gästehaus gibts zwar WLAN, aber keiner kennt das Passwort. Habe den Inder dort 10 minuten lang belappt, bis ich kappiert hab, dass er einfach nicht wusste, dass man ein passwort braucht. Ich hoffe das klärt sich bald.

Das sollte fürs erste reichen. Dass die kommentare freigeschaltet sind habt ihr ja schon gemerkt, wie ich sehe.

Das blöde Jetlag geht mir auf die nerven, diese nacht von 2 bis 5 wachgelegen und gelesen, hätte nicht gedacht, dass sone zeitumstellung solche auswirkungen hat.

In dem sinne, schönen tag, ich melde mich bald wieder.....

Sonntag, 25. Februar 2007

Morgen gehts los...


So so, das hier wird so was wie ein "Tagebuch" sein, in dem ich ab und zu ein paar Bilder reinstelle und einige Impressionen aus Indien beschreibe, sobald ich die Zeit finde.

Jetzt werde ich erst mal weiter aufräumen und packen. Eine Kamera brauche ich auch noch.

Viel Spaß beim Lesen in den nächsten Wochen. Zur Zeit sollen es da unten 25-30 Grad sein *Badehose suchen*!