Und da schwindet sie dahin, die schöne Zeit. Einen Monat bin ich jetzt schon hier. An sich wäre es Zeit für ein Resumée oder eine Art Fazit, aber damit würde ich nur bisher schon Geschriebenes wiederholen. Stattdessen lieber ein paar Worte zu den letzten Tagen.
Freitag/Samstag
Freitag habe ich nach der Arbeit nichts mehr gemacht. Lediglich nach der Zeit des fast Fastens nochmal gut gegessen. Ansonsten ein wenig an meinem Spiel programmiert. Die kostbare Zeit einfach mal so verstreichen lassen, manche könnens nicht, ich komme oftmals nicht dran vorbei und finde es ab und zu vollkommen ausreichend.
Am Samstag wollten wir eigentlich mit einem Bus eine Sightseeing in Bangalore starten. Sozusagen die kostbare Zeit wieder richtig nutzen. Dummerweise nutzt der Inder seine Zeit noch viel besser, nämlich mit Mittagspause bis halb 3. So kam es, dass wir keine Fahrt (für 2 Uhr) mehr bekommen haben und der Bus seine Reise ohne uns angetreten hat. Wir haben uns daraufhin an einen "Irgendwas Plaza" bringen lassen, einen Ort an dem man Hemden etc für umgerechnet 3-4€ bekommt. Habe mich sofort mit 3 Hemden und 1 Hose eingedeckt. Die Hose ist etwas formeller aber ultra gemütlich, es gab auch noch 20% discount, so dass ich sie für ca 6-7€ bekommen habe. Den äquivalenten deutschen Preis will ich lieber nicht wissen, jedenfalls wirds vor Abreise nochmal dahin gehen, dann bleibt halt von den alten Sachen etwas hier. Dumme Lufthansa und ihr 20 Kilo - Maximalgepäck.
Dubiose Party
Du bekommst Donnerstags eine Mail weitergeleitet, die ursprünglich von einer Person kommt, die du nicht kennst. In dieser Mail steht, dass am Wochenende eine Party steigen wird. Diese solle bis 6 Uhr morgens gehen, obwohl es laut Gesetz nur bis 23 Uhr abends erlaubt ist. Deshalb solle man in einen gewissen Vorort fahren, in dem ein Auto warten wird. Diese Auto muss man finden, einen Preis von ca 9€ bezahlen, bekommt seinen Stempel und den Rest des Weges bzw die endgültige Adresse genannt. Das wars, bis auf ein paar Informationen zur Musik und Getränkewahl, ist es alles. Würdest Du hinfahren, allein des Abenteuers Willen? Auch wenn es sich anhört wie der Start einer schlechten Aktenzeichen XY Story?
Uhrsprünglich wollten wir zu 4-5 Leuten uns den Spaß machen und uns auf den Weg in diesen Vorort machen. Allerdings bekam der Großteil kurz vor der Abfahrt Muffensaußen, so dass nur Daki und Ich noch vor der Wahl standen. Mit schon dort flauem Gefühl im Magen wurde um 22 Uhr dann ein Rikshaw-Fahrer dazu überredet uns zu diesem besagten Vorort zu fahren. Auf der Fahrt stellte sich raus, dass Daki erst jetzt den Wortlaut der Mail richtig verstanden hatte und nun machte auch ihm der vermeintliche Ablauf ein wenig Sorgen. Aber zu spät, wir waren unterwegs. Wohin genau wusste zu dem Zeitpunkt niemand so wirklich.
Einige Zeit später, im besagten Vorort angekommen, ging es samt Fahrer auf die Suche nach dem nicht weiter beschriebenen Fahrzeug. Etwas Erleichterung brachte die Tatsache, dass die in der Mail vermerkte Telefonnummer tatsächlich einen Menschen am anderen Ende der Leitung hervorbrachte. Mit seiner Hilfe fanden wir dann auch recht bald das Auto. 3 weiße Europäer (vermutlich) standen an einer Kreuzung und begrüßten Leute in vorbeifahrenden Rikshaws. So also auch uns. Was wahrscheinlich als eher unauffällige Aktion ablaufen sollte, war schon längst zu einer Attraktion für die umliegenden Bewohner geworden, die alle wild gestikulierend versuchten den Rikshaw-Fahrern zu erklären, wohin der, auf eine kleine Karte gezeichnete Weg denn führen würde. Währenddessen gesellte sich noch ein Ungar in unsere Rikshaw, da er ebenfalls zu der vermeintlichen Lokation wollte.
Los ging also der zweite Teil der Reise. Wohin genau war wieder nicht so ganz klar. Selbst dem Fahrer nicht, denn wir waren ja schon fast am A*** der Welt. Der von uns gewählte Weg führte nach einiger Zeit in eine Sackgasse, also wieder ein Stück zurück und eine andere Abfahrt gewählt. Diese ging ziemlich schnell in einen unbefestigten Feldweg über. Nach einiger Zeit auf dem Feldweg entschieden wir uns dann doch mal anzuhalten und uns umzugucken. Der inzwischen angenervte Rikshawfahrer wollte schon sein Geld haben und umkehren, aber da wir nicht an unserem Ziel waren, bekam er auch kein Geld. Das haben wir ihm zu verstehen gegeben und ihm mit dem Versprechen einer deutlich höheren Bezahlung vorläufig zu Frieden gestellt. Zum Glück blieben wir in dieser gottverlassenen Gegend nicht lange alleine. Ein Taxi und eine Rikshaw mit insgesamt rund 12 weiteren Gästen beladen, hatten ebenfalls die falsche Straße gewählt. So ging es also im Konvoi auf die Suche nach der ersehnten Lokation. Nach einigen Spekulationen und noch mehr Telefonaten ging es endlich auf den richtigen Weg, wieder über einen schlecht befahrbaren Feldweg. Aber dann tauchten zwischen den Palmenhainen immer mehr Lichter auf und wir wähnten uns an der richtigen Stelle dieses Landes, zurecht. Wir überredeten den Rikshawfahrer hier am Ende der Welt auf uns zu warten und ein paar Stunden später wieder mit zurück zu nehmen. Mit der ausreichenden Bezhalung ist hier wohl ziemlich alles möglich.
Daraufhin betraten wir die Party und das flaue Gefühl, das schon fast verflogen war, verschwand endgültig. Im Palmengarten einer großen Villa waren alle nötigen Vorkehrungen samt Tanzfläche und Getränkeecke getroffen worden. Einen Pool gab es ebenfalls und da wir unsere Badehosen dabei hatten, wurde er von uns mit einem weiteren Inder dann auch ziemlich bald in Beschlag genommen. Zunächst standen andere Gäste mit skeptischen Blicken da und guckten zu, doch dann gesellten sich immer mehr hinzu, so dass wir mit einem Schwimmring Wasserball gegeneinander spielen konnten. 5 gegen 5. Eine sehr spaßige Sache.
Die anderen Gäste waren fast alle Teil einer Studentenorganisation namens AIESEC.So kam es, dass wir Studenten jeglicher Nationalität getroffen haben. Von Schweden über Deutschland, Holland, England, bis Ostasien, Kanada, Amerika und und und war alles dabei. Alle waren sehr aufgeschlossen und man wurde sehr oft in Gespräche verwickelt. Zwar beschränkten sich diese Gespräche oft auf die Fragen der Herkunft etc aber selbst das war sehr interessant. Wir sind recht lange geblieben und danach wieder zurück gefahren, um gegen halb 6 morgens wieder im Guesthouse zu sein. Auf der Fahrt habe ich noch gedacht, dass wir doch total bescheurt sein müssen einer solchen Mail zu folgen, aber im Endeffekt wurden wir für unsere Beklopptheit belohnt und hatten eine sehr nette Party. So scheint es hier wohl laufen zu müssen, wenn die Polizei alles andere verbietet.
The pursuit of happyness
Heute Abend waren wir nach der Abriet mit ein paar anderen im Kino. Dort gibt es eine so genannte "Gold Class", zum deutschen Kinopreis bekommt man hier einen Saal für maximal 32 Leute oder so in etwa, samt elektrisch verstellbaren Liegesesseln. Umgeben von soviel Kompfort haben wir uns den in der Überschrift genannten Film mit Will Smith und seinem Sohn angesehen (in Deutschland: Das Streben nach Glück). Der Film war überraschendetweise nicht so schnulzig wie der Trailer es vermuten ließ und insgesamt sehr gut. Er erzählt eben eine Geschichte, ist frei von Action und dem Kram der sonst einer guten Story gerne mal im Wege steht. Bedrückend war dann allerdings, dass dieser Film, den American Dream beschreibend, fast die ganze Zeit die beiden in Armut zeigt und man selbst liegt in seinem übergroßen Sessel, trinkt seine Limonade und schaut sich das Geschehen an, die ganze Zeit im Bewusstsein, dass im Umkreis von 1km zig Menschen ein noch härteres Schicksal erwischt haben, als die beiden auf der Leinwand. Es wurde einem mal wieder stark bewusst, dass wir an sich einen 6er im Lotto für unser Leben gewonnen haben und mit die letzten sein sollten, die sich wegen irgendetwas beklagen. Auf jeden Fall ist der Film allen zu empfehlen, die was anderes sehen wollen als den immer gleichen Action-Hollywood-Kram à la John Woo.
In dem Sinne noch eine gute Nacht, ich hoffe der Artikel war nicht zu lang für euch zum lesen und werde mich nun meinen verdienten 7 Stunden Schlaf widmen...
Freitag/Samstag
Freitag habe ich nach der Arbeit nichts mehr gemacht. Lediglich nach der Zeit des fast Fastens nochmal gut gegessen. Ansonsten ein wenig an meinem Spiel programmiert. Die kostbare Zeit einfach mal so verstreichen lassen, manche könnens nicht, ich komme oftmals nicht dran vorbei und finde es ab und zu vollkommen ausreichend.
Am Samstag wollten wir eigentlich mit einem Bus eine Sightseeing in Bangalore starten. Sozusagen die kostbare Zeit wieder richtig nutzen. Dummerweise nutzt der Inder seine Zeit noch viel besser, nämlich mit Mittagspause bis halb 3. So kam es, dass wir keine Fahrt (für 2 Uhr) mehr bekommen haben und der Bus seine Reise ohne uns angetreten hat. Wir haben uns daraufhin an einen "Irgendwas Plaza" bringen lassen, einen Ort an dem man Hemden etc für umgerechnet 3-4€ bekommt. Habe mich sofort mit 3 Hemden und 1 Hose eingedeckt. Die Hose ist etwas formeller aber ultra gemütlich, es gab auch noch 20% discount, so dass ich sie für ca 6-7€ bekommen habe. Den äquivalenten deutschen Preis will ich lieber nicht wissen, jedenfalls wirds vor Abreise nochmal dahin gehen, dann bleibt halt von den alten Sachen etwas hier. Dumme Lufthansa und ihr 20 Kilo - Maximalgepäck.
Dubiose Party
Du bekommst Donnerstags eine Mail weitergeleitet, die ursprünglich von einer Person kommt, die du nicht kennst. In dieser Mail steht, dass am Wochenende eine Party steigen wird. Diese solle bis 6 Uhr morgens gehen, obwohl es laut Gesetz nur bis 23 Uhr abends erlaubt ist. Deshalb solle man in einen gewissen Vorort fahren, in dem ein Auto warten wird. Diese Auto muss man finden, einen Preis von ca 9€ bezahlen, bekommt seinen Stempel und den Rest des Weges bzw die endgültige Adresse genannt. Das wars, bis auf ein paar Informationen zur Musik und Getränkewahl, ist es alles. Würdest Du hinfahren, allein des Abenteuers Willen? Auch wenn es sich anhört wie der Start einer schlechten Aktenzeichen XY Story?
Uhrsprünglich wollten wir zu 4-5 Leuten uns den Spaß machen und uns auf den Weg in diesen Vorort machen. Allerdings bekam der Großteil kurz vor der Abfahrt Muffensaußen, so dass nur Daki und Ich noch vor der Wahl standen. Mit schon dort flauem Gefühl im Magen wurde um 22 Uhr dann ein Rikshaw-Fahrer dazu überredet uns zu diesem besagten Vorort zu fahren. Auf der Fahrt stellte sich raus, dass Daki erst jetzt den Wortlaut der Mail richtig verstanden hatte und nun machte auch ihm der vermeintliche Ablauf ein wenig Sorgen. Aber zu spät, wir waren unterwegs. Wohin genau wusste zu dem Zeitpunkt niemand so wirklich.
Einige Zeit später, im besagten Vorort angekommen, ging es samt Fahrer auf die Suche nach dem nicht weiter beschriebenen Fahrzeug. Etwas Erleichterung brachte die Tatsache, dass die in der Mail vermerkte Telefonnummer tatsächlich einen Menschen am anderen Ende der Leitung hervorbrachte. Mit seiner Hilfe fanden wir dann auch recht bald das Auto. 3 weiße Europäer (vermutlich) standen an einer Kreuzung und begrüßten Leute in vorbeifahrenden Rikshaws. So also auch uns. Was wahrscheinlich als eher unauffällige Aktion ablaufen sollte, war schon längst zu einer Attraktion für die umliegenden Bewohner geworden, die alle wild gestikulierend versuchten den Rikshaw-Fahrern zu erklären, wohin der, auf eine kleine Karte gezeichnete Weg denn führen würde. Währenddessen gesellte sich noch ein Ungar in unsere Rikshaw, da er ebenfalls zu der vermeintlichen Lokation wollte.
Los ging also der zweite Teil der Reise. Wohin genau war wieder nicht so ganz klar. Selbst dem Fahrer nicht, denn wir waren ja schon fast am A*** der Welt. Der von uns gewählte Weg führte nach einiger Zeit in eine Sackgasse, also wieder ein Stück zurück und eine andere Abfahrt gewählt. Diese ging ziemlich schnell in einen unbefestigten Feldweg über. Nach einiger Zeit auf dem Feldweg entschieden wir uns dann doch mal anzuhalten und uns umzugucken. Der inzwischen angenervte Rikshawfahrer wollte schon sein Geld haben und umkehren, aber da wir nicht an unserem Ziel waren, bekam er auch kein Geld. Das haben wir ihm zu verstehen gegeben und ihm mit dem Versprechen einer deutlich höheren Bezahlung vorläufig zu Frieden gestellt. Zum Glück blieben wir in dieser gottverlassenen Gegend nicht lange alleine. Ein Taxi und eine Rikshaw mit insgesamt rund 12 weiteren Gästen beladen, hatten ebenfalls die falsche Straße gewählt. So ging es also im Konvoi auf die Suche nach der ersehnten Lokation. Nach einigen Spekulationen und noch mehr Telefonaten ging es endlich auf den richtigen Weg, wieder über einen schlecht befahrbaren Feldweg. Aber dann tauchten zwischen den Palmenhainen immer mehr Lichter auf und wir wähnten uns an der richtigen Stelle dieses Landes, zurecht. Wir überredeten den Rikshawfahrer hier am Ende der Welt auf uns zu warten und ein paar Stunden später wieder mit zurück zu nehmen. Mit der ausreichenden Bezhalung ist hier wohl ziemlich alles möglich.
Daraufhin betraten wir die Party und das flaue Gefühl, das schon fast verflogen war, verschwand endgültig. Im Palmengarten einer großen Villa waren alle nötigen Vorkehrungen samt Tanzfläche und Getränkeecke getroffen worden. Einen Pool gab es ebenfalls und da wir unsere Badehosen dabei hatten, wurde er von uns mit einem weiteren Inder dann auch ziemlich bald in Beschlag genommen. Zunächst standen andere Gäste mit skeptischen Blicken da und guckten zu, doch dann gesellten sich immer mehr hinzu, so dass wir mit einem Schwimmring Wasserball gegeneinander spielen konnten. 5 gegen 5. Eine sehr spaßige Sache.
Die anderen Gäste waren fast alle Teil einer Studentenorganisation namens AIESEC.So kam es, dass wir Studenten jeglicher Nationalität getroffen haben. Von Schweden über Deutschland, Holland, England, bis Ostasien, Kanada, Amerika und und und war alles dabei. Alle waren sehr aufgeschlossen und man wurde sehr oft in Gespräche verwickelt. Zwar beschränkten sich diese Gespräche oft auf die Fragen der Herkunft etc aber selbst das war sehr interessant. Wir sind recht lange geblieben und danach wieder zurück gefahren, um gegen halb 6 morgens wieder im Guesthouse zu sein. Auf der Fahrt habe ich noch gedacht, dass wir doch total bescheurt sein müssen einer solchen Mail zu folgen, aber im Endeffekt wurden wir für unsere Beklopptheit belohnt und hatten eine sehr nette Party. So scheint es hier wohl laufen zu müssen, wenn die Polizei alles andere verbietet.
The pursuit of happyness
Heute Abend waren wir nach der Abriet mit ein paar anderen im Kino. Dort gibt es eine so genannte "Gold Class", zum deutschen Kinopreis bekommt man hier einen Saal für maximal 32 Leute oder so in etwa, samt elektrisch verstellbaren Liegesesseln. Umgeben von soviel Kompfort haben wir uns den in der Überschrift genannten Film mit Will Smith und seinem Sohn angesehen (in Deutschland: Das Streben nach Glück). Der Film war überraschendetweise nicht so schnulzig wie der Trailer es vermuten ließ und insgesamt sehr gut. Er erzählt eben eine Geschichte, ist frei von Action und dem Kram der sonst einer guten Story gerne mal im Wege steht. Bedrückend war dann allerdings, dass dieser Film, den American Dream beschreibend, fast die ganze Zeit die beiden in Armut zeigt und man selbst liegt in seinem übergroßen Sessel, trinkt seine Limonade und schaut sich das Geschehen an, die ganze Zeit im Bewusstsein, dass im Umkreis von 1km zig Menschen ein noch härteres Schicksal erwischt haben, als die beiden auf der Leinwand. Es wurde einem mal wieder stark bewusst, dass wir an sich einen 6er im Lotto für unser Leben gewonnen haben und mit die letzten sein sollten, die sich wegen irgendetwas beklagen. Auf jeden Fall ist der Film allen zu empfehlen, die was anderes sehen wollen als den immer gleichen Action-Hollywood-Kram à la John Woo.
In dem Sinne noch eine gute Nacht, ich hoffe der Artikel war nicht zu lang für euch zum lesen und werde mich nun meinen verdienten 7 Stunden Schlaf widmen...























