Dienstag, 13. März 2007

Ja Lakschmi doch am Arsch ...

... sind das viele Götter.
Wenn die antiken Griechen stolz auf ihren Polytheismus sind, müsste man für die Hindus den Hypertheismus kreieren. Laut unserem Tempelführer wären es an die 3 Millionen verschiedenen Götter. Diese Vielfalt lässt sich aber recht simpel auf eine Zahl von 3 reduzieren, wenn man nur die Grundgötter betrachtet. Diese teilen sich wiefolgt auf:
  • Brahma (Saraswati) -> Erzeugung
  • Vischnu (Lakshmi) -> Erhaltung
  • Shiva (Parvati) -> Zerstörung
Dies sind die 3 Hauptgötter mit ihren Gemahlinnen in Klammern, die jeweils andere Aufgaben haben. Übersetzt man die Aufgaben ins Englische als Generation, Observation und Destruction ergibt sich entsprechend auch das Akronym GOD.

Stellt sich die Frage wie man aus 3 mal eben 3 Millionen macht. Ganz einfach, man variiere bei den Göttern die Anzahl der Arme zwischen 4 und 36, gebe ihnen jeweils andere Gegenstände zur Hand und neue Namen, so erhöht sich die Anzahl beträchtlich. Nimmt man dann noch die verschiedenen Inkarnationen in der Körperform eines Tieres hinzu und andere Gottheiten ist man schnell bei den 3 Millionen. Andere Gottheiten sind zum Beispiel, der auch in Europa bekannte, Ganesha in der Gestalt eines Elefanten. Als Gott des Glücks gebühren im dementsprechend die meisten Morgengebete.
Ganesha soll angeblich der Sohn von Shiva und Parvati sein. An Shivas Stelle hätte ich die Vaterschaft zwar angezweifelt, aber damals hat man es wohl nicht so eng gesehen, wenn die Frau plötzlich einen Elefanten gebar.

Nun aber zum Trip selbst. Los gings Samstag morgen mit einem gemieteten Bus, 18 Sitze für 10 Leute machte die Fahrt doch ganz angenehm. Allerdings waren dem Busfahrer unsere Stationen nicht ganz bewusst, so sind wir zunächst einfach irgendwo in der Pampa rumgekurvt. Eine solche tollt Strasse sieht man auf dem folgenden Bild. Die Schlaglöcher waren besonders fürdie hinten sitzenden richtig spaßig.


Landschaftlich tat sich links und rechts nicht soviel, außer mal links und rechts eins der riesigen Reisfelder. Uncle Bens lässt grüßen:

Auf dem Hinweg haben wir den ersten Tempel besucht, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Er war dem Gott Vishnu und all seinen Erscheinungsformen gewidmet. Ein netter Tempel mit unzähligen Figuren und Säulen.


Am späten Nachmittag gabs noch einen zweiten Tempel zu sehen. Allerdings war dieser "active", also mussten wir Touristen ihn uns mit den normalen Pilgern teilen ;) Auf dem zweiten Bild sieht man einen der Affen, die auf den Tempelmauern umher liefen.


Genächtigt wurde wie solls auch anders sein im Hotel, das für seinen recht günstigen Preis ~ 11€ vollkommen in Ordnung war. Am nächsten Morgen ging es zunächst zu einem anderen, ebenfalls aktiven Tempel. Dort haben wir auch länger angestanden, als wir das etwas angeschaut haben. Trotzdem war es seine Zeit wert, wie alle Tempel die wir gesehen haben.
Daraufhin ging es auf einen kleinen Spaziergang. 1000 Treppen galt es vomTempel ins Tal hinunter zu steigen, an sich simpel, allerdings waren die Dinger extrem rutschig. So ist es nicht verwunderlich, dass es bald den ersten von uns auf den Hosenboden gesetzt hat. (Nochmals Glückwunsch an Hanna für den exzellent gewählten Moment für Auslösung des Fotos, hättest Paparazzi werden können).

Einigen Sonnenbrand und 300 Stufen später gab es eine Art indische Milkakuh zu sehen. So wie deutsche Kinder zur Milkakuh pilgern würden, versammelten sich hier gläubige Inder.


Am Nachmittag und Abend sind wir zum Palast von Mysore gefahren und haben uns dort eine Führung gegönnt. Besonders beeindruckend war nicht der Reichtum des Maharajas, sondern seine Offenheit gegenüber den Religionen dieser Welt. So hat er alles in seinem Palast nach hinduistischem, muslimischen und christlichem Baustil errichten lassen. Insgesamt hatte das ganze Areal samt Tempeln und Park gut 70 Hektar.

Das folgende brave Kätzchen stand in mehreren Ausführungen und in dem Palast. Erinnert ein wenig an Karlo. Sollte er weiterhin soviel Essen und mal seine Haare verlieren, hätte er wohl gute Chancen auch hier zu landen. Ok er müsste noch zu Stein erstarren, aber mit ein bisschen Übung schafft er das schon.


Das folgende Bild stellt eineArt Bilderrätsel dar. Da es dem Inder offensichtlich peinlich ist kein Auto zu besitzen, versucht er mit allen Mitteln sein Transportmittel zu verstecken. Wer es trotzdem findet hat sich einen Keks verdient.

Am Abend sind wir dann nochmal zum Palast zurück gekehrt, da dann die Beleuchtung auf einen Schlag angeschaltet wurde. Leider lässt sich die super Atmosphäre nicht in Bildern fangen, trotzdem ein paar Photos als Eindruck.




Zwischen den beiden Palastbesuchen gab es noch den lokalen Markt zu erkunden, dagegen wirkt jeder europäische Wochenmarkt wie ein Kindergeburtstag. Kleine enge Gassen gefüllt mit Waren von oben bis unten. Florian, Daki und ich haben uns irgendwann von jemandem vollschwallen lassen und sind ihm zu einem Destillateur gefolgt. Dort wurden wir mit Gerüchen vollgepumpt bis wir irgendwann gar nichts mehr riechen konnten. Sind dort mindestens 45 Minuten hängen geblieben und es wäre noch länger geworden, hätten wir nicht zum Bus zurück gemusst. So ein Markt ist echt ein Erlebnis, da wirklich alle Sinne ihren Part zu tun haben.


Im großen und ganzen wars ein super Wochenende und Mysore sei jedem, der sich mal nach Südindien verirrt ans Herz gelegt.

In dem Sinne einen schönen Abend, hier ist es ja fast wieder 22 Uhr.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website belgindia.blogspot.com Links tauschen